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Corona-Diskurs @UR

Ihre Kommentare

Die, lediglich nach Aktualität sortierten, Kommentare sind hier gelistet, um ein Stimmungsbild wiederzugeben und vielleicht auch auf diesem Weg einen Einstieg in die unterschiedlichen Beiträge für Sie bereitzustellen.

Heinz Neumann-Riegner

Herzlichen Dank für diese Initiative.
Die ersten Kommentare zeigen aber auch schon, dass Denken nicht einfach ist.
Für die Lektüre zum Nach-Denken anregender Texte jenseits des massenmedialen Fast-Foods hinter der Alltags-Maske (AHA) fehlt bei den meisten Coronarrenschiff-Passagieren in der Luxus-Klasse der Wille und die Zeit (Kant: Verzicht auf Nachdenken aus Faulheit und Feigheit).

@ Maria Theresia
Zitat aus Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
Art 2
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.
(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Wo bitte, ist der Eingriff in die Grundrechte aus Art. 2 Abs. 1. der ausdrücklich auf das Gleichgewicht der Rechtssphären der Menschen abstellt, wenn die Güterabwägung zugunsten von Art. 2 Abs. 2 Satz 1 fällt? Hätten Sie den Kindern das Grundgesetz richtig erklärt, hätten die heute keine Zweifel. Das Recht des Einen endet nun mal, wo das Recht das anderen beginnt. Rechtsstaat heißt weder Rechts-Staat noch Ellbogen-Staat, wo man seine Interessen rücksichtslos durchsetzt, sondern dass Gesetze zuverlässig sind und sich jeder gegen jeden ohne Ansehen seines Standes durchsetzen kann. Auch dann, wenn er einfach nur nicht an Leib und Leben gefährdet werden will.

Hallo Frau Maria Theresia,
Sie haben 40 Jahre als Lehrerin gearbeitet und es ist gut den Kindern mitzuteilen, dass aus der Weimarer Republik, der Notstandsgesetzgebung und des Nationalsozialismuses große Probleme entstanden ist.
Momentan gibt es die Korona-Krise und es gibt gewisse Anforderungen (z.B. Maske), die aus heutiger Sicht der Wissenschaft für die Gesundheit notwendig/vernünftig sind.
Sie schreiben, dass Sie sich als wortbrüchig fühlen, da Sie Ihren Kindern keine Zukunft mehr in einer freiheitlichen Demokratie und einer selbstbestimmten, multikulturellen Gesellschaft mit verbindlichen Rechtsnormen und dem dafür notwendigen Parlamentarismus garantieren können.
In Ihrem Schreiben steht auch, dass wir ein Angstregime haben, das die Gesellschaft spalten will, um die Macht zu erhöhen. Gleichzeitig gelangt unsere Demokratie ins Schwanken und unsere Gesellschaft wird ruiniert.
Wir müssen uns bewusst machen, dass wir in einer Demokratie leben. Es gibt kein Angstregime, unsere Demokratie gelangt nicht ins Schwanken und unsere Gesellschaft wird nicht ruiniert. Wenn es eine Lösung für das Corona-Problem gibt, bekommt unser System wieder den Stand, den wir vor Corona hatten.
Ich vermute auch, dass nicht alle Entscheidungen absolut richtig sind. Es ist aber auch nicht einfach, sich klar zu werden, welche Entscheidungen wir treffen müssen. Ich bin mir auch sicher, dass wir diese Schwierigkeiten erleben würden, wenn wir in den Entscheidungsgremien wären.
Zu Beginn steht eine Hinweis auf den Nationalsozialismus. Ich bitte Sie hier aufzupassen. Alle Personen aus dem rechtsextremen Bereich verstehen diese Aussage, dass es in der Zeit des Nationalsozialismus nicht schlechter war als heute. Damit wird die Zeit des Nationalsozialismus als eine gute Zeit gesehen. Wir müssen uns aber klar sein, dass zu dieser Zeit keine Demonstration möglich war. Wir wären in ein KZ gekommen und dort mit großer Sicherheit getötet worden.

Ihr Beitrag gibt mir Hoffnung, dass unser Rechtsstaat doch noch existiert.
Ich habe mich bereits im April an die Abgeordnete unseres Bezirks gewandt mit der Frage wann uns die Grundrechte zurück gegeben werden und diese hat mir versichert, dass spätestens zum Jahresende das Katastrophenschutzgesetz automatisch ausläuft und der Notzustand daher nicht zum Dauerzustand werden wird.
Ich hoffe damit wird sie Recht behalten!
Wenn ich erlebe, wie in der öffentlichen Diskussion jeder der die Verhältnismäßigkeit dieses Grundrechteentzuges infrage stellt sofort als Staatsfeind oder Idiot abgekanzelt wird und auch im Bekanntenkreis dieses Thema zur Distanzierung oder eisigem Schweigen führt, schwindet meine Hoffnung. Denn Macht geben Menschen nie freiwillig einfach wieder her.
Ich hoffe also dass Stimmen wie die Ihre immer lauter werden.

Sehr geehrte Frau Dr. Gierhake, Ihr Beitrag hat mich ein Stück weit aus der Fassungslosigkeit geholt. Fast 40 Jahre habe ich als Lehrerin meinen Kindern meine Liebe zu unserem Grundgesetz bzw zu dessen klugen und umsichtigen Müttern und Vätern mit Leidenschaft zu erklären versucht. Und sie haben es verstanden, da sie eine genaue Kenntnis der Weimarer Republik, der Notstandsgesetzgebung und dem daraus resultierenden Elend, welcher uns der Nationalsozialismus bescherte, hatten. Es war ihnen auch bewusst, dass Menschen in sozialen Nöten sich nach Heilsbringern sehnen, und deshalb in hohem Maße manipulierbar sind. Die Folgen, das lehrte ihnen die Geschichte, sind grundsätzlich Diktaturen, die die Menschen in ein noch entsetzlicheres Elend stürzten. Und, ich habe ihnen fest versprochen, dass "so etwas" nie wieder passieren kann! Der Garant dafür ist schließlich unser Grundgesetz ( wenn auch nicht vollkommen). Nun stehe ich da und fühle mich geradezu als wortbrüchig, da ich meinen Kindern keine Zukunft mehr in einer freiheitlichen Demokratie und einer selbstbestimmten, multikulturellen Gesellschaft mit verbindlichen Rechtsnormen und dem dafür notwendigen Parlamentarismus garantieren kann. Mein oberstes pädagogisches Ziel war immer die Selbstverantwortung, das Hinterfragen von Normen, das Entdecken der eigenen Stärken und die daraus resultierende Verantwortung gegenüber der Gesellschaft. All das wird nun von den politischen Führungseliten mit ein paar "Federstrichen" ins Absurde geführt. Ich bin derart fassungslos über das Schweigen unserer Parlamentarier, über das Wegducken unserer Journalisten, für die das Recherchieren und eine freie Berichterstattung zur Farce verkommen ist, ich bin aber unendlich entsetzt darüber, dass ein konstruktiver Diskurs selbst in Familien und langjährig als stabil geltenden Freundeskreisen nicht mehr möglich ist. Bravo, ihr von uns gewählten politischen Eliten! Ihr habt es mit eurem Angstregime geschafft, eine Gesellschaft zu spalten, die Kritiker durch repressive Maßnahmen zum Schweigen zu bringen. Ihr habt es ohne Not geschafft, die Grundpfeiler unserer Demokratie ins Schwanken zu bringen! Ich frage euch deshalb: "Was hat euch denn so Angst gemacht, dass ihr eine einigermaßen funktionierende empathische Gesellschaft mit einem feinen Sinn für Recht und Unrecht, derart ruinieren wollt? Ich bitte euch im Namen meiner vielen Kinder, denen ich ein gesundes Vertrauen in unseren Rechtsstaat vermittelt habe, gebt ihnen ihr Vertrauen in unsere Verfassung und in unser Grundgesetz zurück!

Weit daneben!
1. Auch Tiere haben Rechte und brauchen sie und haben sogar innerhalb der eigenen Gruppe Gesetze. Was soll diese seit Jahrhunderten überlebte menschliche Überheblichkeit?
2. Sie übersehen völlig, dass das Grundrecht auf Unverletzlichkeit des Körpers und der Gesundheit ebenfalls Verfassungsrang hat. So weit sogar, dass vom Bundesverfassungsgericht der Abschuss eines entführten Flugzeuges, das in ein mit 60.000 Menschen besetztes Stadion gesteuert werden soll (Gesetzentwurf von Innenminister Schäuble), als verfassungswidrig erklärt hat, weil der Staat nicht Leben gegen Leben abwägen darf. Sie übersehen auch, dass ein hoher Prozentsatz der "Genesenen" zwar kein Covid19 mehr haben aber auf Dauer schwere Gesundheitsschäden an diversen Organen behalten.
3. Wer neben Staatsfeinden auf einer Demonstration läuft, ist kein Staatsfeind? Würden Sie dann auch in einer Schariademonstration von Islamisten mitlaufen, wenn Ihnen ein Ziel davon gefällt?
Bitte: Weniger juristischer Elfenbeinturm und mehr Realitätssinn - das hätte auch dem OVG Berlin-Brandenburg gut gestanden und die Situation vermieden. Juristen, die sich kritiklos von der Welt entfernen, sind hilflos, ja, aber nicht, weil sie kritiklos sind, sondern weil sie den Bezug zur Realität verloren haben.

Unglücklich gewählt empfinde ich den Ausdruck "Neuinfektionen", handelt es sich hierbei wohl lediglich um die Anzahl der positiven Tests.
Desweiteren sollte m.E. bei dem Vergleich zu den Zahlen von Mai auch die Anzahl der durchgeführten Tests herangezogen werden. ( https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2020/Ausgaben/34_20_Ergaenzung.pdf?__blob=publicationFile )
Demnach wird aktuell doppelt so viel getestet wie noch im Mai, jedoch befindet sich die Positivenrate seit Wochen unter 1 Prozent und steigt eben nicht besorgniserregend an.
Eine weitergehende Leseempfehlung: https://www.ckb-anwaelte.de/corona-update-17-august-2020/

Beleuchten Sie bitte einmal die Validität der Tests. Spannend wäre auch die Höhe der durchgeführten Tests und die daraus resultierenden falsch positiv Getesteten. Warnte doch Jens Spahn vor zuvielen Tests und der sich dadurch ergebenden falsch positiven Rate. In einer objektiven Berichterstattung sollten diese Aspekte auch dertailliert behandelt werden.

Grüß Gott!
Ich stimme grundsätzlich den Ausführungen zur Freiheit der Lehre zu. Hierzu gehören auch die Zugänge zu den Bibliotheken.
Letztere lassen sich technisch meines Wissens ohne Probleme in jeder Weise so organisieren, dass der Zugang zum Wissen gegeben ist.
Die Anwesenheit zu Veranstaltungen sehe ich kritisch:
1. Solange nicht bewiesen ist, dass keine gesundheitliche Gefahr durch den Besuch von Räumen, Bussen etc. besteht, muss man (auch wenn man der ganzen Corona-Geschichte sehr kritisch gegenüber steht, und ich habe da eine sehr kritische Haltung), "im Zweifel für den Angeklagten" davon ausgehen, dass eine gesundheitliche Gefahr besteht.
2. Solange auch nur 1 UR-Mitglied sich ansteckt und möglicherweise stirbt oder bleibende Schäden an Lunge, Herz, Nieren etc. behält, kann niemand gezwungen sein, wenn er nicht Nachteile beim Studieren in Kauf nehmen möchte, am Präsenzbetrieb teilzunehmen.
3. Ich bin also der Auffassung, dass die Freiheit der Lehre hier nach dem Recht auf Unversehrtheit des Lebens steht und nach dem Recht auf freie Ausübung des Persönlichkeitsrechts.
4. Es kann deshalb nicht auf Präsenzbetrieb geschaltet werden, wenn man nicht viele, die sich für einen Vorrang ihrer Gesundheit entscheiden, benachteiligen möchte.
5. Dasselbe gilt meines Erachtens auch für Klausuren: Ich sehe es als nicht richtig an, derzeit Präsenzklausuren verpflichtend abzuhalten.
6.Auch rein organisatorisch kann ein Student nicht beide Formen nebeneinander leben: Wer mehrere Veranstaltungen besucht, kann nicht zb um 9.45 mit einer Veranstaltung an der Uni fertig sein und dann kurz danach daheim am Zoom sitzen, das geht wieder nur für ein paar Priveligierte, die zufällig mit dem Fahrrad 2 Minuten von der Uni entfernt wohnen,